Von der Elbe bis ins Büro: So erlebt die Prignitz den Klimawandel
- 11. Juni 2026
- Landkreis Prignitz
- Admin
Wie wirkt sich der Klimawandel eigentlich ganz konkret in der Prignitz aus? Um diese Frage zu beantworten, geht die Arbeit am integrierten Klimaanpassungskonzept weiter direkt vor Ort. In den vergangenen Wochen fanden weitere Gespräche mit Kommunen, Verwaltung, Regionalplanung, Regionalentwicklung und verschiedenen Fachbereichen des Landkreises statt.
Mit dabei waren unter anderem das Amt Bad Wilsnack/Weisen, das Amt Lenzen-Elbtalaue, das Amt Pritzwalk, die Regionalförderung Prignitzland e. V., Vertreter*innen der Regionalplanung sowie verschiedene Bereiche der Kreisverwaltung.
Wasser beschäftigt fast alle
Eines wurde schnell deutlich: Wasser ist in vielen Gesprächen das zentrale Thema. Allerdings aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.
Während in Bad Wilsnack von Starkregen, Überschwemmungen und Problemen bei der Entwässerung berichtet wurde, standen in Lenzen eher Niedrigwasser, versandende Löschbrunnen und die Auswirkungen von Hitze auf Gewässer im Fokus. Aus der Regionalplanung kamen Hinweise auf sinkende Grundwasserstände und die Bedeutung von Wiedervernässung, Wasserrückhalt und Hochwasserschutz.
Die Herausforderungen unterscheiden sich von Ort zu Ort – der Umgang mit Wasser zieht sich jedoch durch nahezu alle Bereiche.
Hitze ist längst Alltag
Auch das Thema Hitze tauchte immer wieder auf. In Pritzwalk wurden zunehmend heiße Sommer, lange Trockenphasen und überhitzte Büroräume beschrieben. Ähnliche Erfahrungen machten Mitarbeitende der Kreisverwaltung, die sich mit der Frage beschäftigen, wie öffentliche Gebäude besser auf hohe Temperaturen vorbereitet werden können.
Hinzu kommen Belastungen für Grünflächen und Bäume. Mehrere Gesprächspartner*innen berichteten von trockenen Böden, veränderten Pflanzzeiten und zunehmendem Stress für Stadtgrün und Wälder.
Viele Ideen für die Zukunft
Neben den Herausforderungen wurden auch zahlreiche Lösungsansätze diskutiert. Genannt wurden unter anderem mehr Regenwasserrückhalt, naturnahe Schulhöfe, klimaangepasste Pflanzungen, Trinkwasserbrunnen, verschattete Aufenthaltsbereiche und die stärkere Begrünung öffentlicher Räume.
Ebenso wichtig war vielen Gesprächspartnerinnen die Beteiligung der Menschen vor Ort. Vereine, Schulen, Kitas, Beiräte, Initiativen und engagierte Bürgerinnen wurden immer wieder als wichtige Partner*innen für die Klimaanpassung genannt.
Die Erfahrungen fließen jetzt ins Konzept ein
Die Gespräche zeigen, dass die Folgen des Klimawandels in der Prignitz bereits heute spürbar sind – mal durch Hitze, mal durch Trockenheit, mal durch Starkregen. Gleichzeitig gibt es vor Ort viel Wissen, konkrete Ideen und den Wunsch, die Region aktiv auf zukünftige Herausforderungen vorzubereiten.
Die Erkenntnisse aus den Gesprächen fließen nun in die weitere Erarbeitung des integrierten Klimaanpassungskonzepts für den Landkreis Prignitz ein.
